Das Heimat- und Humboldtmuseum im Faktorenhof

Das bis April 2012 auf dem Eibauer Beckenberg beheimatete Heimat- und Humboldtmuseum hat seit 31. Oktober 2012
sein neues Domizil im historischen Herrenhaus des Dreiseitenhofes. 
Entstanden zwischen 1864 und 1845 in der Sammeltätigkeit eines naturwissenschaftlichen Fortbildungsvereins innerhalb der deutschlandweiten Humboldtbewegung zeigt das Museum Besonderheiten der Eibauer Ortsgeschichte.
Dazu gehören u.a. die über 200jährige Brautradition, die Geschichte des Fliegens am Kottmar und die Tradition des Leinwandhandels. 

Das Museum besitzt zwei bewegliche Weihnachtskrippen mit böhmischen Krippenfiguren. Diese werden von einem Elektromotor angetrieben und über Riemenscheiben, Schnüre und Transmissionen zum Leben erweckt. Vor genau 100 Jahren begann der Eibauer Elektromonteur Bernhard Jentsch mit dem Bau seiner Krippe, die als bewegliches oberlausitzer Heimatspiel u. a. auch einige Jahre in Oybin zu sehen war (1965-1969).
Die Abbildung zeigt die Krippe von Reinhold Herzog.

Der Vogelbaum aus der Sammlung des Humboldtvereins von Alteibau war bereits auf dem Beckenberg ein interessantes Exponat. Vogelbäume waren eine Modeerscheinung in der
Barockzeit. Der Eibauer Baum ist mit Quetzal-Prachttrogen,
dem Wappenvogel Guatemalas, bestückt.

Zu den Highlights der Ortsgeschichte gehört die Tradition des Fliegens am Hänschberg. Bisher im Museum gezeigte Ausstellungen zu dem Thema waren immer Besucher-magnete.

Aber auch die Geschichte des Brauwesens ist untrennbar mit Eibau verbunden. Bereits 1810 erlaubte die brauberechtigte Bürgerschaft Zittaus die Gründung einer Landbrauerei auf einem ehemaligen Bierhof der Stadt. Das für den Brauprozess und die gute Qualität des Bieres benötigte frische Quellwasser erhielt die Brauerei durch eine hölzerne Röhrenwasserleitung vom Beckenberg. Als Gegenleistung erhielt der Beckenbergmüller die damals schwer zu erhaltene Konzession zum Bierausschank -
Jahrzehnte bevor die Entwicklung des Ausflugsverkehrs begann.
Das Bild zeigt ein Aquarell von Hans Seiler mit Blick auf die Brauerei.