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Historische Aufnahmen aus der "Wauer-Chronik" von 1913/1915

Von besonderer Bedeutung sind die Decken- und Wandmalereien (florale Ornamente und Delfter Kachelmontive).Die Deckenbemalung im Obergeschoss wurde in jedem Raum anders gestaltet.
Außenansicht
Paradezimmer im Obergeschoss
Festsaal
Der aus Eibau stammende und als Oberlehrer am Vitzthumschen Gymnasium in Dres­den tätige Dr. Edmund Wauer (1871-1944) schreibt 1913 in seiner umfangreichen, in Dresden veröffentlichten Forschungsarbeit über die Geschichte der Südlausitz zu unserem Faktorenhaus: "Die Perle der Eibauer Barockbauten aber ist und bleibt das Haus Nr. 252." (alte Hausnummer)

Der Beginn der Bautätigkeit des heutigen Faktorenhofes datiert 1717. Als erstes Gebäude wurde das heutige Gesindehaus erstellt. Es wird angenommen, daß der Er­bauer (Johann ?) Gottlob Schäfer hieß. Wauer vermutet, daß es ein Schwiegersohn des Leinwandhändlers Zentsch gewesen sein könnte. Vielleicht war Schäfer auch nur der Baumeister, der als Auftragnehmer den Bau leitete. Christian Zentsch aus Eibau, "der noch um 1695 auf den Dörfern mit Karpfen hausierte, und später Leinwandhandel betrieb," bewohnte dieses prächtig ausstaffierte Handelshaus ab 1724. Er schätzte bereits 1710 sein Vermögen auf 40.000 Taler ein.

Das auf dem Schlußstein des reich verzierten Korbbogenportals befindliche Monogramm besteht aus den Buch­staben G und S und zeigt außerdem einen Anker. Dieser Anker könnte ein Hinweis dar­auf sein, daß der Auftraggeber überseeische Handelsgeschäfte betrieb (wahrscheinlich aber nur bis England, d. V). Auch die Delfter Motive im reich bemalten Hauptzimmer des Obergeschosses sind ein Hinweis auf die bestehenden Handelsverbindungen ins Ausland.
Das Haus Nr. 252 ist im Ständerbau errichtet, einer für die Oberlausitz typischen Bauweise, die gerade in Eibau am besten ausgeprägt ist. Das Gebäude weist gegen­über den anderen Anfang des 18. Jh entstandenen Bauten bedeutende Fortschritte und Verbesserungen auf., die sonst nur in der Schlossbaukunst Anwendung fanden.
Viele Gemeinsamkeiten weisen darauf hin, z. B. die große Flurhalle, die im Obergeschoß befindlichen Haupträume mit ihrer Austattung und Malerei. "Nach den Prinzipien der damaligen Schloßbaukunst erhielt...das Obergeschoß...vor dem Erdgeschoß den Vorzug. In Frankreich kam ferner auch die "Galerie" in Mode, d.h. jene lange, schmale Saalanlage, wo ursprünglich Kunstwerke aufgehangen wur­den; um 1700 sah man solche Galerien auch in Deutschland vor. Die Treppen wur­den hier mit besonderer Vorliebe reich geschmückt bzw. mächtig ausgestaltet. Und die französischen Meister forderten im Anschluß an das Treppenhaus zunächst zwei große Vorsäle, von denen der zweite zugleich (wenigstens in Deutschland) der große Festsaal war. Auch bei Nr. 252 ist hauptsächlich im Obergeschoß möglichste Pracht entfaltet.

Die Treppe mündet auf einen kleinen Vorsaal, von dem aus man nach links durch eine Tür die große Diele oder den ʻFestsaalʻ betreten kann.
Die Interessen der Bauherrn der barocken Häuser lagen, wie bereits erwähnt, auf dem Gebiet des Handels und Verkehrs, so daß die Front dieser Häuser auf das Dorf gerichtet ist. Die Wohnstuben zeigen ebenfalls nach Osten und Süden.



Fotos unten: Dt. Fotothek, Archiv Museum Eibau
Hausflur um 1910
Blockstube, heute Touristinfo
Paradezimmer im Obergeschoss,als Wohnzimmer um 1910
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    OT Eibau
    02739 Kottmar
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    Museum montags geschlossen (außer Feiertags)!
  • TOURISTINFO FAKTORENHOF EIBAUER HEIMATMUSEUM
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